Kleine Poppers History

Kleine Poppers History

Du nutzt die Aromen schon seit Jahren und würdest dich als echten „Fan“ bezeichnen? Wenn du es magst, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, interessierst du dich sicherlich auch für die Geschichte von Poppers.

Wenn du wissen möchtest, wie alles angefangen hat und wie sich Poppers im Laufe der Zeit verändert haben, solltest du unbedingt weiterlesen. Hier erfährst du alles zu den Anfängen der Geilmacher und ihrer Entwicklung zu einer echten „Institution“ innerhalb der Gay-Szene. Viel Spaß auf dieser kleinen, erotischen Zeitreise.

Was sind Poppers?

Wer die Geschichte von Poppers verstehen möchte, sollte zunächst wissen, worum es sich hierbei genau handelt. Poppers sind Flüssigkeiten, die aus unterschiedlichen Chemikalien zusammengesetzt sind. Je nach Marke und Produkt unterscheiden sie sich in Bezug auf ihre Zusammensetzung voneinander. Zu den Bestandteilen, die besonders weitverbreitet sind, gehören unter anderem:

  • Pentylnitrit
  • Isoamylnitrit
  • Isopropylnitrit

Manche Hersteller versuchen unter anderem, mithilfe von Duftstoffen für eine besonders individuelle Note zu sorgen und den charakteristischen Geruch der Poppers auf diese Weise zu übertünchen.

Doch so verschieden Poppers sind, haben die verschiedenen Artikel eines gemeinsam: Nachdem die Fläschchen geöffnet wurden, verflüchtigt sich das Aroma schnell im Raum. Danach kannst du es auch schon einatmen und auf dich wirken lassen.

Apropos „wirken“: Die Geilmacher sorgen nicht nur dafür, dass sich in deinem Kopf auf einmal alles um Sex dreht, sondern lassen zudem deine Muskeln entspannen. Und genau deswegen steht dann der ein oder anderen „härteren Praktik“ in der Regel nichts mehr im Wege. Egal, ob im BDSM-Bereich oder beim wilden Sex: Mit Poppers kannst du so richtig aus dir herausgehen.

Bitte beachte, dass Poppers für manche Personen schädlich (oder sogar lebensbedrohlich) sein können. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn Vorerkrankungen vorliegen und/oder bestimmte Medikamente eingenommen werden. Sprich im Zweifel vorher unbedingt mit deinem behandelnden Arzt.

Und übrigens: Vielleicht bist du in der Vergangenheit auf Seiten oder Personen gestoßen, die Poppers als „Raumduft“ oder als „Lederreiniger“ bezeichnen. Hierbei handelt es sich um die Folge daraus, dass immer wieder Stimmen laut werden, die die Aromen als Geilmacher verbieten möchten.

Wie lange gibt es Poppers schon?

Bei Poppers handelt es sich um keinen neuen Trend. Vielmehr wurden die Zusammensetzungen bereits vor circa 200 Jahren eingesetzt, um die Krankheit Angina Pectoris zu behandeln. Und auch während der Geburt leisteten sie mitunter wertvolle Dienste.

Die Menschen wurden nicht müde, immer weiter an den einzelnen Zusammensetzungen zu forschen. Es stellte sich schnell heraus, dass die Mischungen bei vielen Menschen:

  • eine Senkung des Blutdrucks
  • einen schnelleren Puls
  • erweiterte Gefäße

verursachten. Die Medikamente auf Amylnitrit-Basis waren rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Die entsprechenden Flüssigkeiten wurden auf ein Stück Stoff geträufelt und dann eingeatmet. Das Problem: Die Substanzen halfen zwar gegen die Beschwerden bei Angina Pectoris – allerdings nur kurz. Innerhalb weniger Minuten waren die einschlägigen Beschwerden wieder da. (Sicherlich hast du bereits bemerkt, dass die Wirkung der heutigen Poppers ebenfalls nicht länger ist.) Und genau deswegen wurde Amyl irgendwann nicht mehr verwendet.

Diejenigen, die sich auf die Herstellung der Poppers fokussiert hatten, mussten sich nun nach einem anderen Einsatzbereich umschauen.

Poppers: Die Verwendung in den 1960er- und 1970er Jahren

Nachdem die Poppers in medizinischer Hinsicht keine Rolle mehr spielten, drifteten sie langsam in den illegalen Bereich ab. Manche konsumierten sie auf Partys, andere sogar als Soldaten im Krieg.

Und weil es mithilfe der Aromen schon damals möglich war, das eigene Schmerzempfinden zu senken, spielten die Mittel auch bald in der BDSM-Szene eine wichtige Rolle. Abgesehen davon empfanden es einige Gays als praktisch, dass unter ihrer Nutzung meist zudem Analsex mit einem „etwas besser bestückten Partner“ problemlos möglich war.

Die ersten Poppers, die professionell vermarktet wurden, gehörten zur Marke „Locker Room“. Und schon bald gehörte es für viele Gays dazu, beim Sex zu sniffen.

In der Mitte der 1970er Jahre kamen „Rush“ Poppers auf den Markt. Sie liefen damals unter dem Namen „flüssiger Raumduft“ und waren in vielen Locations, zum Beispiel auch in Plattenläden, erhältlich. Manche Clubs in den USA versprühten die Aromen sogar, damit alle Anwesenden etwas von ihnen hatten. Die Gesellschaft ging vergleichsweise offen mit den Geilmachern um. Es gab sogar Werbekampagnen, die den Bekanntheitsgrad der Aromen noch weiter steigern sollten.

Der Umschwung in den 1980er Jahren

Vor allem im Verlauf der 1980er Jahre hat sich das Image der Poppers verändert. Die Anzahl der Menschen, die sich mit HIV ansteckten, wuchs. Und viele sahen unter anderem in Poppers die Ursache des Problems. Letztendlich war es nie möglich, diesen Zusammenhang zu 100 Prozent zu beweisen. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es die Aromen seither nicht geschafft haben, dieses Image komplett loszuwerden.